PG Mainschleife

Advents- und Friedenslicht im Lockdown

 

Licht ist in der Adventszeit überall präsent. Die LED-Beleuchtungen in den Einkaufscentern strahlen noch greller als zur restlichen Jahreszeit, Häuser und Bäume mutieren zu kleinen Bergen aus Lichterketten. Auch wenn bis zum 10. Januar viele Geschäfte dunkel bleiben müssen und trotz Weihnachtszeit zahlreiche weihnachtliche Aktionen ausfallen müssen, werden die Lichter in den Straßen und der noch genehmigten Kaufhäuser leuchten und „Merry christmas“ wie auch viele andere Weihnachtslieder durch die Lautsprecher klingen.

Die Stimmung, warum diese harten Maßnahmen jetzt sein müssen, wird bei allem Verständnis für die schwierige Situation und die offensichtlich dringend erforderlichen Entscheidungen keinesfalls vorweihnachtliche Freude auslösen.

Es bleibt auch die Angst vieler Menschen vor dem Corona -Virus, die sich bei den aktuellen Zahlen derzeit weiter verstärkt und viele lieber alleine bleiben und auch zahlreichen Kontakte, die ihnen Licht bringen, vermeiden. Gute Werke, Zuwendungen für Bedürftige von Gemeinden und auch lieben Nachbarn werden durch die strengen Vorgaben des Lockdown zumindest äuißerst schwierig, brauchen in jedem Fall ganz viel Fantasie zur Ausführung.

Selbst unsere Friedenslichtaktion für die Senioren mit Laterne vor der Tür wird derzeit wegen Corona kontrovers diskutiert.

Bei all dieser Unruhe rückt schnell der Kerngedanke des anstehenden Weihnachtsfestes: Christus, das „Licht der Welt“ (Joh 8,12), ist in Betlehem geboren. Gott ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit auch wir von diesem Geist erleuchtet werden und nicht in der Finsternis verharren müssen (2 Kor 4,6).

Am vergangenen Sonntag ist das Friedenslicht von Betlehem auch in die Diözese Würzburg, auch in unsere Pfarrkirchen gekommen. Teilweise schon jetzt, teilweise erst ab nächsten Sonntag können Sie mit einer Laterne und einer Kerze in Ihre Kirche gehen und dort das Licht des Friedens und der Hoffnung mitnehmen.

Ich wünsche und bete, dass der neugeborene Jesus von der Krippe in Betlehem aus uns Kraft und Fantasie gibt, die aktuelle schwierige Zeit gut und gesund durchzustehen und zumindest in unserem Familienkreis Licht und Wärme zu erfahren, dabei vielleicht auch die eine oder andere Versöhnung mit anderen und vor allem mit mir selbst.

So können wir nach diesem Lockdown, wenn wir uns wieder freier bewegen, unser Licht von Betlehem auch für andere Menschen einsetzen, bei denen es wie in vielen Kriegs- und Krisengebieten noch um ein Vielfaches mehr um das tägliche Überleben geht.

Möge das Licht aus Betlehem uns allen auch viel Licht und Freude bringen

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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