PG Mainschleife

Alles anders mit Gott

Das Wort des Jahres wurde vor kurzem wieder gekürt. Es heißt Corona-Pandemie. Denn diese Pandemie hat fast unser ganzes Jahr durcheinandergeworfen. Es ist weit mehr als nur ein paar Einschränkungen. Gerade der Herbst mit dem Lockdown light wirft mehr Fragen auf wie Lösungsansätze. Im Sommer hatte ich noch gehofft, dass es vielleicht jetzt doch irgendwie besser gehen sollte. Ich hatte mich Anfang September noch darüber gefreut, dass wir in der Kirche und in der Schule wieder etwas normaler arbeiten könnten. Dann lag die Hoffnung auf Advent und Weihnachten, dass wir - wenn auch eingeschränkt - doch viele Dinge genießen können, bis hin zu Sport und Fitnessprogrammen, die ja auch unserer Gesundheit dienen.

Große Betroffenheit nun, wo das alles so nicht möglich ist und der Lockdown light bis jetzt noch fast gar nichts gebracht hat. Bei uns müssen sich erneut viele Menschen die Frage nach ihrer (Lebens-) Existenz stellen, bei uns noch ein wenig finanziell abgefedert, in anderen Ländern Komplettausfall. Wenige große Unternehmen profitieren von der Krise.

Wir haben trotz aller modernen Medien und den Versuchen, irgendwie doch Kontakt mit unseren Gemeindemitgliedern und vielen anderen Suchenden zu bekommen, doch viele Menschen aus dem Blick verloren. Die notwendigen Kontaktbeschränkungen erschweren jegliche Begegnung. Die beste Online Konferenz kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Denn selbst die möglichen Treffpunkte werden vielfach aus Angst vor Ansteckung nicht wahrgenommen.

Alles anders dieses Jahr, wenn auch mit der inzwischen frohen Hoffnung, mit einem Impfstoff im Frühjahr / Sommer nächsten Jahres ein wenig mehr Luft zu bekommen.

Trotzdem, mit dem „Na, anders“ und den durchaus wohlgemeinten Hinweisen auf die Rückbesinnung auf mich, auf meine persönliche Welt, zur Ruhe kommen, Advent in der Urform des Wartens auf die Geburt Jesu an Weihnachten möchte ich mich nicht abfinden.

Das Volk Israel zur Zeit der Propheten hat auch gewartet, jahrelang gewartet, bis z.B. die Ankündigung des Kommens des Messias Wirklichkeit wurde und dann auch ganz anders.

Die Menschen haben das irgendwie durchgehalten, überlebt und die Hoffnung auf den Messias nicht aufgegeben. Jesus wurde geboren und noch in der Geburtsnacht hat Gott uns durch die Engel zugerufen. „Fürchtet euch nicht!“

Ich wünsche mir  ein wenig mehr Kreativität und Mut, positiv mit den neuen verschärften Corona-Maßnahmen umzugehen. Ich wünsche mir ein wenig mehr Kreativität, Hoffnung und Zuversicht in meiner Umgebung zu verbreiten. Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass ich die Frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes gut annehmen kann. Ich wünsche mir, dass ich unsere Zukunft nicht unbedingt selbst regeln muss, sondern gut dem neugeborenen Jesus anvertrauen kann.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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