PG Mainschleife

Hoffnung auf das Neue Jahr

Eine schlimme Erfahrung mit Angst und Schrecken vor einem möglichen Bürgerkrieg bewegte sicher vorgestern Abend Millionen von Menschen in der ganzen Welt beim Sturm von extremistischen Anhängern von Präsident Trump auf das Kapitol in Washington USA.

Was bewegt Menschen in ihrer Enttäuschung über eine verlorene Wahl oder ein anderes Ereignis vielleicht im privaten Bereich dazu, sämtliche natürlichen menschlichen Grenzen zu überschreiten, um ihr (angebliches) Recht durchzusetzen?

Was veranlasst uns in unserem Umfeld, unser Recht und unsere Macht aufgrund von berechtigter und verständlicher Enttäuschung oder Wut gegen andere zu missbrauchen?

Aber wie können wir abseits daneben stehen und wiederum aus tausend Gründen schweigen und zuzuschauen, wie sich andere zunächst mal rein verbal gegen Randgruppen, berufliche Wettbewerber, politische oder sportliche Gegner immer schärfer vorgehen?

Wie kommen liebende Ehepartner dazu, sich nach einiger Zeit nur noch zu hassen, obwohl sie doch Kinder haben, die die Liebe beider Elternteile dringend brauchen?

Für alles das gibt es tausend Gründe.

Beim Computer gibt es für solche Fälle die Reset - Taste, durch die das ganze Gerät auf den Ursprungszustand zurückgesetzt wird, von dem aus wir wieder neu aufbauen können. Für das Zusammenleben der Menschen ist das alles ein wenig komplizierter. 

Der Psalmbeter in der Bibel zeigt uns in der heutigen Liturgie eine besondere Reset - Taste.            Ganz schön schwierig, sich hier unterzuordnen. Aber Gott gibt uns allen im Neuen Jahr 2021 tatsächliche diese Chance für eine Reset-Taste. Wir gewinnen dabei Liebe, Respekt und Freundschaft auch zu den Mitmenschen, mit denen wir eigentlich gar nicht umgehen können oder wollen.

Ich lade Sie ein, das Neue Jahr mit dieser Reset - Taste im Psalm 72 mutig anzugehen.

Josef Gerspitzer. Pastoraler Mitarbeiter

Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.

 

    Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König,       

          dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!

     Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit,

          und deine Armen durch rechtes Urteil. 

     Dann tragen die Berge Frieden für das Volk

          und die Höhen Gerechtigkeit.

     Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk,

          Hilfe bringen den Kindern der Armen.  

     Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen

          und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.

      Er herrsche von Meer zu Meer,

          vom Strom bis an die Enden der Erde. -

Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.

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