PG Mainschleife

In diesem Jahr stehen Anfang Mai die Zeichen auf Veränderung. Neben den viel diskutierten Maßnahmen des gesellschaftlichen Shutdowns in der Corona-Krise und der dadurch angestoßenen Veränderungen bis hin zur aktuell geführten Diskussion um deren Zurücknahme, denke ich da auch an die neuen Legislaturperioden der Gemeinde- sowie Stadträte und Kreistage in Bayern. Was sich an beiden Beispielen ablesen lässt, gehört allgemein zur menschlichen Erfahrung, die jede und jeder in seinem Leben macht:

Nichts scheint so beständig zu sein, wie der Wandel. Alles ist, wie es bereits der griechische Philosoph Heraklit im 6./5. Jahrhundert v. Chr. beschrieb, im Fluss, alles wandelt sich kontinuierlich. Auch wenn alles wandelbar ist, gibt es doch einen Fixpunkt, der den Wandel begleitet: Gott. Dass er den Menschen treu zur Seite steht, macht besonders die biblische Erzählung vom Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer, die in der Osternacht nicht fehlen darf, deutlich. Auch wenn hier die Zukunft ungewiss scheint – immerhin irren die Israeliten 40 Jahre lang durch die Wüste –, machen sich die Menschen im Vertrauen auf seine Begleitung auf, um neues Leben fern ab der widrigen Bedingungen zu suchen und zu finden. Gott ist treu. Das bekennt die biblische Erzählung; diesem Bekenntnis sich anzuschließen, darum wirbt sie. Darauf soll ich meine Hoffnung, mein Vertrauen setzen. Gott begleitet mich in den Augenblicken, wo mir meine Zukunft ungewiss scheint. Schließlich – so drückt es ein Lied im Evangelischen Gesangbuch treffend aus – führt er mich auf neue, vielleicht ungeahnte Lebenswege in eine gute Zukunft:

„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“ (EG 395)

Hendrik Weingärtner

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