PG Mainschleife

„Kommt Christen kommt zu loben, der Mai ist froh erwacht“. Mit welcher Inbrunst und Freude haben wir Jahr für Jahr dieses schöne Marienlied aus dem Diözesanteil des Gotteslob gesungen. Dieses Jahr ist das alles ganz anders. Wenig Grund zum Frohsein!

Die jetzt möglichen öffentlichen Gottesdienste auch im Freien sind mit vielerlei Auflagen und einem hohen Organisationsaufwand verbunden incl. Anmeldemodalitäten und die Angst vieler Menschen vor jeglichen Zusammenkünften ist auch noch da.

Manche ziehen Parallelen zur Pestepedemie im 14. Jahrhundert. Damals haben die Menschen mit noch größeren Ängsten angesichts ganz schlechter medizinischen Bedingungen leben müssen. Die Zahl der Toten jeden Tag waren nahezu unermesslich.

Die Menschen damals haben sich Kraft und Stärke aus dem christlichen Glauben geholt. In dieser Zeit entstanden viele Wallfahrten zu Maria in Verbindung mit Jesus, dem Sohn Gottes, die vielfach heute noch in unseren Gemeinden Tradition haben.

Heute ist der Sonntag von Jesus, dem Guten Hirten. Was kann der Gute Hirte in dieser unserer Zeit für uns tun? Was kann Maria für uns tun?

Maria als Mutter von Jesus, dem Guten Hirten, hat natürlich gerade bei uns im Frankenland eine besondere Anziehungskraft, als Fürbitterin und Vermittlerin, als unser Mutter im Glauben, spricht  uns gerade in unseren Gefühlen und im täglichen Leben an.

Jesus als der Gute Hirte ist nicht der Magier, der uns möglichst schnell von dem bösen Corona Virus befreien soll und kann. Aber seine Botschaft von der Liebe und Wertschätzung Gottes zu den Menschen und der Menschen untereinander steht und scheint auch in unserer heutigen Krise zu wirken. Viele möchten diese Erfahrungen auch für die Zeit nach der Krise hinüber retten. Zu keiner anderen Jahreszeit wie im Wonnemonat Mai werden wir emotional so stark angesprochen.

Für all das brauchen wir heute und in Zukunft den Guten Hirten, der uns zuhört, unsere Ängste versteht und uns Mut macht zumindest für heute, der uns die Geduld schenkt, mit den täglichen Anforderungen der Krise klar zu kommen.

Neben dem Gebet zuhause gehen Sie doch mal wieder in Ihrer Kirche vorbei, setzen sich vor den Marienaltar, zünden eine Kerze an und laden Ihre Sorgen und Ängste ab. Oder schauen Sie beim Familiienspaziergang, welche Bildstöcke oder Kapellen sich im Umkreis ihres Wohnortes befinden. Lesen Sie mal nach, in welcher schwierigen Zeit und Not dieser Bildstock oder die Kapelle gestiftet wurde. Versetzen Sie sich in das Leben der Menschen von damals.

Sprechen Sie mit Maria oder gleich mit Jesus, dem Guten Hirten. Nehmen Sie sich Ihr Gesangbuch mit und trällern vielleicht eines ihrer Lieblingslieder von Wallfahrten und vom schönen Mai.

In diesem Sinne einen schönen gesegneten Sonntag.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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