PG Mainschleife

Christen dürfen auch in diesem Jahr wieder kräftig das Lied vom Leben singen, auch wenn mein eigenes Leben scheinbar unverändert bleibt.

Marie-Luise Kaschnitz hat 1958 in einem Gedicht ihre Erfahrung von Ostern in Worte gefasst:

 

Manchmal stehen wir auf

 

Stehen wir zur Auferstehung auf Mitten am Tage

Mit unserem lebendigen Haar

Mit unserer atmenden Haut.

 

Nur das Gewohnte ist um uns.

Keine Fata Morgana von Palmen

Mit weidenden Löwen

Und sanften Wölfen.

 

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken

Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

 

Und dennoch leicht

und dennoch unverwundbar

in geheimnisvolle Ordnung

Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

 

Pfr. Johannes Hofmann

 

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