PG Mainschleife

Es war im Monat Mai. Fünf Sonnenblumenkerne lagen in meiner Hand. Klein und unscheinbar. Fünf kleine Löcher machte ich in einigem Abstand voneinander in die regenfeuchte Erde. Nun wartete ich voller Spannung.

Nach sechs Tagen etwa erschienen fünf kleine zarte Stängel mit je zwei Blättchen aus dem Erdboden. Langsam wurden die Pflanzen größer und kräftiger. Ich begoss sie öfter und gab ihnen etwas Blumendünger.

Dann begannen die Sommerferien, und wir fuhren für sechs Wochen an die See. Die Sonnenblumen waren jetzt etwa einen Meter hoch. Oben begannen sich schon Blütenknospen zu bilden.

Ich musste die Pflanzen nun sich selbst überlassen.

Als wir Ende August zurückkamen, traute ich meinen Augen nicht. Fünf Sonnenblumen leuchteten uns entgegen.

Die Stängel waren dick und stark und die Blüten groß wie Suppenteller mit braun-gelben Gesichtern, von leuchtend gelben Blütenblättern umrahmt. Fünf kleine Sonnen strahlten Freundlichkeit und Schönheit aus.

Ich stützte sie mit Leisten, damit der Wind sie nicht knicken konnte. Bis in den Oktober hinein hatten wir unsere Freude an ihnen. Die vielen Kerne aus dem Blütenkorb ergeben Futter für die hungrigen Vögel im Winter. Einige Kerne aber hebe ich gut auf, damit wir im nächsten Jahr das gleiche Wunder wieder erleben dürfen.

Ursula Fack

Anregung für Kinder

 

Hast du heuer schon gesät oder gepflanzt?

  • Wenn du keinen Garten hast kannst Du Samen in einen größeren Blumentopf stecken.
  • Du kannst Kresse oder Radieschen säen, die wachsen schneller. Interessant wäre auch Kartoffeln in einen ½ vollen Sack Gartenerde zu pflanzen. (Wenn schon neue Kartoffeln in der Erde wachsen, Erde nachfüllen an der Pflanze empor - gibt reicheren Ertrag.)
    Vorsicht: Die kleinen, grünen Kugeln, welche oben an der Blüte wachsen sind giftig.
  • Du kannst auch Kastanien, Eicheln, Nüsse, Zuckererbsen, Ahornsamen in einen Blumentopf stecken und sie später in den Wald pflanzen. Du solltest aber den Waldbesitzer vorher fragen!
  • Du musst Deine Pflanzen nicht sich selbst überlassen, wenn Du in Urlaub fährst. Gute Freunde helfen bestimmt aus.

Gebet

 

Öffne meine Augen, Gott,

deine Herrlichkeit in der Vielfalt

von Pflanzen und Blumen zu sehen.

Öffne meine Ohren, Gott,

deine Stimme im Vogelgesang

und im Rauschen der Blätter zu hören.

Öffne mein Herz, Gott,

deine Liebe in der Fülle

von Früchten und Samen zu erahnen.

Öffne meine Hände, Gott,

deine Schöpfung

zu pflegen und zu bewahren.

Öffne mein Leben, Gott,

und mach mich fähig,

dich zu in allem zu erkennen.

Sr. Maria

­