PG Mainschleife

Samstag nach Ostern, der Tag vor dem Weißen Sonntag. Früher als Kind auf dem Dorf, so erinnere ich mich, war dieser Tag immer sehr spannend und schön, später dann auch, als meine Kinder dran waren mit der Erstkommunion.

Dieser Samstag war immer sehr lebendig. Es gab viel vorzubereiten auf den großen Tag der Erstkommunion.

Im Dorf war auch viel zu schmücken für den Zug der Kommunionkinder zur Kirche. Im Bekannten- und Verwandtenkreis war die eine oder andere helfende Hand notwendig. Insgesamt war es ja ein Fest der ganzen Gemeinde, des ganzen Dorfes.

Für mich wie für viele andere war es eine Freude, ein schönes Gefühl, dazu zu gehören zu Jesus und seiner Gemeinde, zu den vielen unterschiedlichen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und gerade den älteren Menschen.

Jetzt in der Zeit, in der man sich nicht treffen kann, wo auch die Erstkommunion nicht stattfinden kann, erinnern sich sicher viele von Ihnen an ihre Erstkommunion, an ihren Weißen Sonntag oder irgendwo in der Familie, im Freundeskreis. 

Viele von uns spüren bei aller Kritik und Unzufriedenheit an der Institution Kirche, bei aller Unzufriedenheit mit den einen oder anderen Vertretern des „Bodenpersonals“, dass es eigentlich schön ist, zu dieser kirchlichen Gemeinschaft dazu zu gehören, auch wenn es für die einen oder anderen eher ein Zaungastdasein ist, weil für Gottesdienstbesuche sonst immer vieles im Wege steht, vor allem Aktivitäten aller Art, auch mit Sport und Freizeit gerade bei dem aktuell schönen Wetter.

Viele von Ihnen haben in dieser schwierigen Zeit das Interesse und den Wunsch, auf die wenigen kirchlichen Angebote zuzugreifen, allein Ihr Interesse an diesem täglichen Impuls auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife oder die virtuellen Besuche bei den Livestream-Gottesdiensten unserer Region und darüber hinaus.

Und das ist wesentlich mehr als nur mal einen interessanten Film anzuschauen oder eine interessante Zeitschrift zu lesen. Da möchte ich auch dazu gehören, so wie Kinder, Familien, Freunde, Dorfgemeinschaft beim Weißen Sonntag.

Bewahren Sie sich dieses Gefühl für die Zeit nach der Krise. Ich freue mich, wenn ich Sie bald wieder treffen kann bei Gottesdiensten, Veranstaltungen, aber auch in den Gremien und Arbeitsgruppen, wo wir unseren Teil einbringen können, damit auch andere Freude erfahren, dazu zu gehören, egal in welcher Form und Umfang.

In diesem Sinn einen gesegneten Weißen Sonntag.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter   

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