PG Mainschleife

Heute wäre eigentlich der große Jugendgottesdienst mit unserer Kirchenband Taktgefühl und den Firmlingen unserer Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife.

Mit einigen Firmmüttern hatten wir den Gottesdienst intensiv vorbereitet mit dem Motto des Misereor-Sonntags „Gib uns Frieden“. Hier hatten wir auch syrische und libanesische Jugendliche im Blick. Hier haben wir wahrgenommen, wie in dem  ständigen Bürgerkrieg bzw. teilweise schon ein oder zwei Jahre danach, je nach Region, schon wieder das „normale“ Leben weitergeht. Dort sagen immer mehr,

gerade die jungen Menschen und Familien, dass es nicht so weiter gehen kann wie vorher, im ständigen Streit der Religionen und Volksgruppen. Sie warten nicht, bis sich die Regierungen und Vertreter der vielen Volksgruppen per Vertrag auf Frieden verständigt haben. Mit Hilfe von Hilfswerken wie Misereor werden immer neue Projekte der gemeinsamen Schule, gemeinsame Projekte für das tägliche Leben ins Leben gerufen.

Menschen stehen auf, lassen sich aus ihrer Lethargie und Hoffnungslosigkeit im Glauben an Gott „aufwecken“, im Sinne unseres heutigen Evangeliums von der Auferweckung des Lazarus in Johannes 11,1-45.

Auch bei uns ist große Angst und Unsicherheit eingekehrt, nicht vor einem Bürgerkrieg und seinen Folgen, aber vor der Zerstörung vieler Existenzen, vor Konkurs und Arbeitslosigkeit. Wir müssen auf Abstand gehen und doch entsteht gleichzeitig eine große Gemeinschaft und Solidarität. Ob diese Solidarität der Menschen ähnlich wie bei vielen Trauerfällen nach der Beerdigung und kurzer Trauerzeit wieder auseinanderbricht? Ob unsere Solidarität und die tollen Projekte in Libanon und Syrien durchhalten, auch wenn wieder noch schwierigere Zeiten kommen, wissen wir nicht.

Aber wir können heute uns schon überlegen, wo unsere Solidarität zuhause, in Volkach und Umgebung, in der Schule und im Beruf vielleicht auch unsere „Lebensqualität“ erheblich verbessern könnte.

Wer auch in unserer aktuellen Krise finanziell abgesichert ist, kann sich natürlich auch mit einer Spende z.B. an Misereor mit den Menschen in Libanon und Syrien solidarisch zeigen, die mit weit weniger als wir täglich (über-) leben müssen. Infos dazu gibt es im Internet unter www. misereor.de. In jedem Fall brauchen wir die Begleitung und den Zuspruch Gottes.

Dazu das Kyriegebet der Steyler Missionare für den heutigen Sonntag:

- Manchmal spüren wir Gottes Liebe. Manchmal spüren wir nichts. Begleite uns, Herr, wenn die Ängste kommen. – Kyrie eleison
- Manchmal kennen wir Gottes Willen. Manchmal kennen wir nichts. Erleuchte uns, Herr, wenn die Fragen kommen. – Christe eleison
- Manchmal wirken wir Gottes Frieden. Manchmal wirken wir nichts. Erwecke uns, Herr, dass dein Friede kommt. – Kyrie eleison

Es erbarme sich unser der Herr. Er schenke uns Vergebung unserer Schuld und seine Gnade, damit wir uns der Liebe und dem Leben mit neuem Eifer zuwenden. – Amen.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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