PG Mainschleife

Am 28. Juli 1750 starb der große Johann Sebastian Bach.

Ludwig van Beethoven äußert sich über Bach so: “Nicht Bach, Meer müsste er heißen“. Die Musiker in Leipzig trauern ehrlich um den Kantor an der Thomaskirche.

Freilich war Bach nicht nur beliebt. Der Rat der Stadt Leipzig hatte es sehr eilig einen Nachfolger zu bestimmen.

Bach arbeitet im Todesjahr an der Zusammenfassung seines musikalischen und gläubigen protestantischen Lebens, an der “Kunst der Fuge“. Als er völlig erblindet ist und seinen Tod nahen spürt, diktiert er seinem Schwiegersohn Christoph Altnikol sein letztes Werk in die Feder: den Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit“.

Herr, unser Gott,

jeder tritt eines Tages vor dich hin,

vor deinen Thron, deine Liebe, dein Angesicht.

Dann zählt, was jeder von uns losgelassen hat:

Eheleute, die auf die Freiheit verzichten

ohne Rücksicht auf andere Menschen

ihr Leben zu verwirklichen.

Ordensleute, die im Verzicht auf ein eigenständiges Leben

in der Gemeinschaft glaubender Männer und Frauen

Lebenssinn und Lebensinhalt finden.

Herr,

lass uns Suchende bleiben,

damit jeder im Finden vor dich hintreten kann.

Wir werden staubbedeckt sein von der Lebensreise,

ermattet von Kämpfen und Enttäuschungen,

entstellt von der Sünde,

aber wir werden erfüllt sein

von Zuneigung zu dir und unseren Mitmenschen.

               

“Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt“. (Joh, 9.5)

Johannes Hofmann, Pfarrer

                       

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