PG Mainschleife

Michael hat im Herbst ein eigenes Beet im Garten bekommen. Er hat es fleißig umgegraben und gehackt. Er hat sorgfältig alles Unkraut ausgezogen und schließlich Tulpenzwiebeln in die Erde gesteckt: Drei rote und drei gelbe. Der Winter kam und ging. Der Schnee schmolz, und jetzt scheint schon den ganzen Tag die Frühlingssonne warm vom Himmel. Und Michael? Klar, der wartet jetzt natürlich darauf, dass seine Tulpen die ersten Spitzen aus der Erde strecken. Jeden Tag geht er zu seinem Beet und hält Ausschau

nach dem ersten Grün. Aber jeden Tag wird sein Gesicht länger, denn es will und will nichts Grünes kommen. Dafür entdeckt er merkwürdige Löcher im Boden.

„Ich glaube, dass den Mäusen deine Tulpenzwiebeln gut geschmeckt haben“, meint Klaus.

„Ach was“, sagt Michael, „man muss nur Geduld haben.“

Und eines Tages entdeckt er tatsächlich etwas Grünes auf seinem Beet! Ganz entzückt betrachtet Michael das Blättchen, das in der dunklen Erde so zart und zerbrechlich aussieht.

„Klaus!“ ruft er begeistert, „Klaus, schau doch nur, die erste Tulpe ist da!“ Aber Klaus meint gerührt: „Tulpe? Du, ich glaube, das ist gewöhnliches Unkraut.“

Michael ist ganz empört. „Unkraut? Nichts da! Erstens ist es eine Tulpe und zweitens ist es kein Unkraut. So!“

„Wie du meinst“, entgegnete Klaus. „Du wirst es schon sehen. Und was die Mäuse betrifft, sehen sie gut ernährt aus in diesem Jahr.“

„Ach, lass mich mit deinen Mäusen in Ruhe!“ sagt Michael ärgerlich. Dass Klaus ihm alles vermiesen muss! Unkraut! Wo er doch im Herbst jedes Hälmchen ausgerissen hat! Es können doch auch noch Tulpen werden.

Und Michaels Tulpe wächst. Nach einer Woche hat sie schon fünf Blätter.  Und, welche Freude, daneben ist noch eine aufgegangen. Die hat schon drei Blättchen. Nur, merkwürdig genug, alle Blätter haben seltsame Zacken am Rand. Sollte das eine ganz neue Tulpensorte sein? Nach einiger Zeit hebt sich ein kräftiger Stiel mit einer Knospe hervor. Hurra, Michaels Tulpen haben Knospen! und endlich, am Sonntag, wie zu einem Fest, geht die erste Blüte auf: Ein strahlend gelber Blütenstern öffnet sich. „Aber das ist doch...“, sagt Michael überrascht, „das ist doch eine Butterblume! Das ist doch ein Löwenzahn!“ Er ist ganz verdattert. Klaus lacht. „Sagte ich nicht gleich, dass es Unkraut wird?“

„Aber woher kommt denn das?“ fragt Michael erstaunt. „Ich habe im Herbst doch wirklich alles ausgerissen!“

„Ach du liebe Zeit“, sagt Klaus, „Du weißt wohl nicht, dass es Samen gibt? Auf dein Beet ist eben Löwenzahnsamen gefallen, ohne dass du es gemerkt hast. Und deine Tulpen haben wirklich die Mäuse gefressen. die müssten doch längst herausgekommen sein. Glaubst du mir jetzt?“

„Das muss ich ja wohl“, antwortete Michael kleinlaut. Doch dann strahlte er wieder: „Aber es ist doch gut, dass die Mäuse den Löwenzahn nicht mochten. Sonst hätte ich überhaupt nichts auf meinem Beet. Blüht er denn nicht wunderbar?

Gisela Schütz

 

Liebe Kinder!

Mit verschiedenen Techniken könnt ihr eine Blumenwiese, einzelne Blumen, Eure Lieblingsblumen, ein Blumenmandala (drei verschieden große Teller als Schablonen) malen! Viel Spaß

Sr. Maria Raab

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