PG Mainschleife

Es ist schon ein schönes Erlebnis, mit zu erleben, wie in den Weinbergen die Reben immer mehr austreiben, auch wenn durch die Frostnacht am Montag erhebliche Schäden entstanden sind. So ist dieses Erlebnis schon mit Traurigkeit vermischt. Es bleibt das Vertrauen auf Gottes Natur, dass sie wie schon in früheren Jahren zumindest einen Teil der Schäden ausgleichen kann.

Gute Laune machen derzeit bei den meisten Menschen  die aktuellen Corona – Lockerungen, wenn wir den Naturspaziergang wieder mit dem Besuch eines Cafe oder einer Gaststätte verbinden können.  

Wie sind Sie da durchgekommen? Wer war für Sie da? Für wen konnten Sie da sein?

Und wie ging es denen, die in dieser Zeit auch ohne Quarantäne isoliert waren oder sich isoliert gefühlt haben?

Wie geht es wohl Menschen, die durch andere Umstände fast alles im Leben verloren haben?

Vielleicht haben Sie gerade in diesen Wochen daran gedacht.

Wo würden Sie die Kraft und den Mut, sich in einer Krise „am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen“ her bekommen, um ein neues Leben aufzubauen?

Eine solche Situation beschreibt Jesus heute im Johannes Evangelium:

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Johannes 15,4

Es geht also nicht nur um das Versorgtsein z.B. durch die Familie oder die Hingabe an Gott im Gebet. Es geht um die Frucht, die daraus wächst. Die Frage ist so oder so: Wie kann mein Leben gut weiter gehen?

Fühlen Sie sich gerade einsam, schauen Sie sich um nach Ihrem Weinstock. Vielleicht ist dieser ganz in der Nähe und Sie müssten nur mal wieder Kontakt aufnehmen, Zugehen auf Familie oder gute Freunde. Jesus gibt die Kraft dazu.

Sollte es Ihnen - wie den meisten von Ihnen -  gerade gut gehen, schauen Sie sich um, ob Sie mal wieder mit jemand Kontakt aufnehmen, den Sie vielleicht schon lange vergessen haben, vielleicht an ihrem Weinstock, in Ihrer Familie.

Viele haben in der Zeit der Krise auch ihre Familie oder gute Freunde als Gesprächspartner für Lebensthemen wieder entdeckt, ohne etwas zu organisieren oder zu besprechen. So haben viele auch im Glauben an Jeus und in der Kirche ihren Weinstock (wieder) entdeckt. Bleiben Sie dran.

Dazu müssen Sie nicht fromm und besonders gläubig sein.

Versuchen Sie es, vielleicht landen Sie dann doch bei Gott und Jesus als Weinstock, wenn auch unter einem anderen Namen.

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen einen guten (Lebens-) Weg mit viel Freude

Josef Gerspitzer

­