PG Mainschleife

„Zwei Jünger gingen voll Not und Zweifel und traurig war ihr Gesicht. Doch da kam Jesus und sprach mit ihnen und plötzlich wurde es Licht“

Dieses Lied aus dem „Troubadour“ und vielen anderen Liederbüchern haben wir als Studenten schon mit Begeisterung gesungen.

Es geht hier um die beiden Jünger Jesu bei Lukas 24,13-33 (Evangelium am Ostermontag). Einer davon hieß Kleopas. Sie hatten die Frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu noch nicht gehört. Sie hatten sich ja von den anderen Jüngern getrennt, um sich in ihr altes Zuhaue im kleinen Ort Emmaus zurückzuziehen.

Ihre Hoffnungen, die sie mit Jesus verbunden hatten, waren durch die Kreuzigung zerstört. Nun galt es irgendwie eine neue Zukunft zu beginnen. Dazu kam wohl auch die Angst, dass sie noch von der römischen Besatzungsmacht als Anhänger des hingerichteten Jesus noch verhaftet werden und ggf. auch noch hingerichtet werden. Schließlich erlebten sie auf dem Weg nach Emmaus den auferstandenen Jesus als Weggefährten, zunächst unerkannt.

Ja voller Not und Zweifel sind wir manchmal auch in Zeiten ohne Corona Virus. Und was machen wir? Wir brauchen und suchen jemand zum Reden! So kommt dann manche Erkenntnis schon alleine dadurch, dass wir durch das Reden Struktur in das Problem bekommen.

Es ist gut, dass wir da immer wieder Menschen finden, auch und besonders in der Kirche.

Die Begegnungen sind oft eher zufällig, die Ergebnisse oft überraschend gut.

Bei Lukas wird die Emmausgeschichte mehr oder weniger als Kurzfassung erzählt. Der Sprung von Not und Zweifel zum plötzlichen Licht ist schon ein wenig schnell. Unbeantwortet bleibt die Frage, wie die beiden Jünger danach mit dem neu gewonnenen Licht umgehen, Unklar bleibt, ob dieses Erlebnis die Beiden so verändert hat, dass sie auch andere Probleme ihres Lebens besser klären konnten.

Wir kennen die Redewendung „Du warst für mich wie ein Engel, hast mir in einer großen Not geholfen“. Das ist eine ähnliche Erfahrung. Wenn ich Hilfe von Gott bekommen möchte, muss ich erst mein Problem sortieren und innerlich annehmen. Hier hilft mir so manche unbekannt und überraschende Begegnung und ein persönliches unbefangenes Gespräch. Und nun bin ich offen und bereit für die Hilfe Gottes im Glauben. Dennoch braucht es manchmal viel Zeit und Geduld.

Es bleibt die Erfahrung: Am Ende muss ich selbst mit meiner Not weiter leben, mit der neuen Kraft Gottes eigene Wege und Lösungen finden. Ich muss selbstständig auf andere Menschen z.B. in der Familie zugehen, so schwierig das manchmal vielleicht ist.

Dann habe ich die Möglichkeit für eine Auferstehungserfahrung.

Die derzeitige Situation hilft mir sicher beim Sortieren meiner Sehnsüchte, Wünsche und meines  Lebenschaos. Mit einer möglichen Lockerung der Corona Maßnahmen demnächst bekomme ich neue Chancen und Möglichkeiten. Nutzen wir diese!

So wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben FROHE OSTERN, Auferstehung mitten im Alltag.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter:

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