PG Mainschleife

Am 24. März 1980, also heute vor 40 Jahren wurde Oscar Romero, der (im Jahr 2015 von Papst Franziskus heiliggesprochene) Erzbischof von San Salvador, ermordet. Romero war ein führender Vertreter der Befreiungstheologie, der Befreiung der Armen von der Unterdrückung und Ausbeutung durch die Besitzenden  in Lateinamerika und sonst in der Welt. Dafür setzte Romero

sein ganzes Leben ein. In den drei Jahren seiner Zeit als Erzbischof in San Salvador bewegte er die ganze Welt und kämpfte mit der Regierung um Gerechtigkeit für die Menschen.

Doch in der katholischen Kirche, auch im Kreis seiner eigenen Mitbrüder im Bischofsamt, bekam Romero viel Gegenwind. Man wollte sich mit den Regierenden irgendwie arrangieren. Die katholische Kirche hatte schließlich einiges Eigentum und manche finanziellen und institutionellen Vorteile.

Einiges hat sich zwischenzeitlich in Lateinamerika verbessert, einiges ist wieder völlig in Frage gestellt. Grund für die anhaltenden Probleme sind die aktuellen Machtverhältnisse, gestützt durch die Mitwirkung bzw. Zurückhaltung eines großen Teils unserer Welt. Das gilt nicht nur für die (von uns gewählten) Regierungen, sondern auch für uns selbst und unser Konsumverhalten.

Schön ist es, dass in Deutschland gerade unter uns Christen der Umsatz mit fair gehandelten Waren immer weiter steigt und damit mehr Gerechtigkeit für viele Menschen in Lateinamerika entsteht. Dennoch wissen wir nur sehr wenig über die Menschen in Lateinamerika wie auch über die Armen in unseren Reihen.

Eine Veränderung fängt damit an, dass wir Interesse zeigen an der Not und dem Leid um uns herum, auch und gerade in unserer aktuellen schwierigen Zeit. Wenn wir uns schon mal bewusst und sachlich  informieren, ist der erste Schritt getan. Dann kommen die konkreten Fragen, was jeder einzelne von uns tun kann, dann kommen wir miteinander ins Gespräch.  Alles andere folgt von selbst.

Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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