PG Mainschleife

Aus Furcht wird Freude. Angst herrscht unter Jüngern. Nach Jesu Tod haben Sie sich verschanzt und eingeschlossen. So berichtet es der Evangelist Johannes, dessen Evangelium für den heutigen Sonntag vorgesehen ist. Doch bei der Angst der Jünger bleibt der Bericht nicht stehen. Jesus kommt in ihre Mitte und die Angst der Jünger weicht der Freude über das Wiedersehen mit ihm. In die Dunkelheit ihrer Erfahrung tritt der Auferstandene und macht ihr Leben wieder hell. Wie die Osterkerze, die in der Osternacht entzündet wird und das Dunkel der Nacht vertreiben soll, so vertreibt Jesus durch seine Auferstehung das Dunkel in Herzen der Jünger. Die Freude der Jünger soll dabei eine ansteckende Freude sein, die sich auch unter uns ausbreiten soll. Die Auferstehung von Jesus Christus, so verkünden es die Ministranten beim Rappeln auf dem Turm unserer Pfarrkirche am Abend des Karsamstages, ist auch für uns der Weg zum Leben. Jesus macht auch unser Leben hell. Das ist die Botschaft von Ostern, die am Weißen Sonntag nochmals wiederholt wird.

Hendrik Weingärtner

Samstag nach Ostern, der Tag vor dem Weißen Sonntag. Früher als Kind auf dem Dorf, so erinnere ich mich, war dieser Tag immer sehr spannend und schön, später dann auch, als meine Kinder dran waren mit der Erstkommunion.

Dieser Samstag war immer sehr lebendig. Es gab viel vorzubereiten auf den großen Tag der Erstkommunion.

Michael hat im Herbst ein eigenes Beet im Garten bekommen. Er hat es fleißig umgegraben und gehackt. Er hat sorgfältig alles Unkraut ausgezogen und schließlich Tulpenzwiebeln in die Erde gesteckt: Drei rote und drei gelbe. Der Winter kam und ging. Der Schnee schmolz, und jetzt scheint schon den ganzen Tag die Frühlingssonne warm vom Himmel. Und Michael? Klar, der wartet jetzt natürlich darauf, dass seine Tulpen die ersten Spitzen aus der Erde strecken. Jeden Tag geht er zu seinem Beet und hält Ausschau

Christen dürfen auch in diesem Jahr wieder kräftig das Lied vom Leben singen, auch wenn mein eigenes Leben scheinbar unverändert bleibt.

Marie-Luise Kaschnitz hat 1958 in einem Gedicht ihre Erfahrung von Ostern in Worte gefasst:

 

Manchmal stehen wir auf

In Zeiten des Stillstands, in Zeiten des Wartens, in diesen Zeiten, in denen wir nicht alles selbst lenken und entscheiden können,

in diesen Zeiten des Aushaltens, in diese Zeit hinein haben wir Ostern gefeiert.

Es war ja doch, das Osterfest; anders als sonst, anders für jeden einzelnen.

Wir feiern Auferstehung mit dem Osterfest. Der Tod ist nicht das Ende. Auferstehung könnte heißen:

Die Osterzeit ist in der Kirche die Zeit des Jubelns. Im Hymnus, der für die Vesper vorgesehen ist, wird dies besonders deutlich. Christus wird in Anlehnung an die biblische Erzählung vom Durchzug durch das Rote Meer, die unverzichtbarer Bestandteil jeder Osternacht ist, als Sieger über den Tod und als Retter der Menschen gepriesen.

„Zwei Jünger gingen voll Not und Zweifel und traurig war ihr Gesicht. Doch da kam Jesus und sprach mit ihnen und plötzlich wurde es Licht“

Dieses Lied aus dem „Troubadour“ und vielen anderen Liederbüchern haben wir als Studenten schon mit Begeisterung gesungen.

Es geht hier um die beiden Jünger Jesu bei Lukas 24,13-33 (Evangelium am Ostermontag). Einer davon hieß Kleopas. Sie hatten die Frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu noch nicht gehört. Sie hatten sich ja von den anderen Jüngern getrennt, um sich in ihr altes Zuhaue im kleinen Ort Emmaus zurückzuziehen.

O S T E R S E G E N

Möge die strahlende Sonne

des österlichen Lobgesangs

in euch singen !

Am Karsamstag scheint die Kirche den Atem anzuhalten - nicht nur in diesen besonderen Zeiten, in denen ein Virus die Menschheit scheinbar im Griff hat.

Am Karfreitag begehen Christen den Todestag Jesu, an Ostern feiern wir SEIN unvergängliches Leben.

Der Walnussbaum im Garten ist noch kahl. An einem Ast hat er eine Wunde und aus dieser tropft unablässig. So viel Lebenssaft in diesem Baum! Wird er zu sehr leiden an dieser Wunde? Die Knospen werden jeden Tag praller. Die Blütenstände zeigen sich. Der Baum lebt. Nebenan schimmern die Blüten des Flieders und zeigen schon die Farbe, in der die duftende Pracht bald leuchten wird.

In den letzten Jahren hat die Zahl der vornehmlich jungen Menschen, die sich tätowieren lassen, stark zugenommen. Bei vielen Menschen geht es dabei nicht einfach nur um eine Maßnahme, ihren ungeliebten Körper zu modifizieren und somit zu verschönern oder einem Trend nachzujagen. Im Gegenteil: Viele Tattoos haben eine konkrete Verbindung zu Erinnerungen an geliebte Menschen, zu bedeutungsvollen Ereignissen oder zu wichtigen Bestandteilen des eignen Lebens, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen.

Sie haben sicher schon mal eine Situation erlebt, in der Sie richtig in die Knie gezwungen worden sind, in der Familie, in der Arbeit, in der Nachbarschaft oder durch eine Krankheit.

Aktuell fühlen wir uns alle in die Knie gezwungen. Wir haben dabei keinerlei Ahnung, wie es weitergehen kann. Eigentlich sind alle betroffen, in allen Ländern der Welt.

Wir werden in die Knie gezwungen, ohne dass uns jemand sagen kann, wie und unter welchen Bedingungen wir wieder aufstehen können.

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