PG Mainschleife

Sie saßen alle am großen Esszimmertisch. Katrin, Mama, Papa, ihr großer Bruder und die alte Tante Martha. Katrin stocherte mit der Gabel in dem Fisch auf ihrem Teller herum.

„Fisch igitt“ knurrte der Bruder. Katrin sagte lieber nichts. Tante Martha sah streng, ja vorwurfsvoll auf die große Fischplatte. Mutter bekam rote Wagen und reichte der Tante schnell die Sauce. Vater lachte. Das fand Katrin vielleicht komisch! Aber heute wagte sie nicht

Herr,

unsere Kirche braucht ständig neu Renovierung.

Viele Menschen an der Mainschleife versuchen

Christ-Sein zu leben.

Unsere kirchliche Gemeinschaft braucht ständig Erneuerung,

Jesus zieht in Jerusalem ein. Er sitzt auf einem Esel. Die Menschen begrüßen ihn mit „Hosianna“ - Rufen und winken ihm mit Palmwedeln zu. Sie legen Kleider vor ihm auf seinen Weg. Sie begrüßen ihn so, wie sie einen König begrüßen würden. Jesus ist ein König.

Was danach geschieht, ist nur schwer auszuhalten. In der Zumutung des Leides kommt Jesus uns Menschen ganz nah. In den Zumutungen des Lebens – auch wie wir sie jetzt erleben – spüren wir die Verbundenheit mit Jesus. Die Nähe des leidenden Gottes gibt uns Kraft, das Schwere in unserem Leben zu tragen.

„Du musst die Menschen mögen!“ – so lautet einer der Grundsätze, den sich der Münchener Pfarrer Rainer Maria Schießler für seinen priesterlichen Dienst zu eigen gemacht hat. So wie Gott sich als ein den Menschen zugewandter, freundlicher und helfender Gott offenbart hat, will auch er den Menschen begegnen. Als Christen sollten wir Gottes Beispiel folgend uns alle diesem Programm für den Umgang mit unseren Mitmenschen anschließen: „Du musst die Menschen mögen!“

Hendrik Weingärtner

Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst. Entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger. Herr, lass mich nicht scheitern, denn ich rufe zu dir. (Psalm 31 (30), 10.16.18)

Gemäß einer Untersuchung/ Umfrage springt fast jeder zweite in Deutschland auf eine der vielen Verschwörungstheorien oder unseriöse Informationen zum Corona Virus. Verharmlosung und Sprüche machen sind eng damit verbunden. Im Internet gibt es vielerlei kurze Videos und seitenweise Tipps zum Umgang mit dem Feind und Verfolger Corona - Virus, teilweise natürlich mit „Abzocke“.

Die obenstehenden Verse aus Psalm 31 eröffnen

Zwei Hasen und ein Fuchs

Zwei Hasen sitzen im grünen Gras,                              Holzblocktrommel
da kam ein Fuchs, der gerne Hasen fraß.                    Handtrommel, gerieben

Mutig sprach der eine Has'                                         Holzblocktrommel
zum Fuchs im grünen Gras:

„Weißt du, dass am Sonntag Ostern ist?                     Triangel
Und was passiert, wenn du uns heute frisst?“

Der Fuchs

Bach äußert mit seiner Musik Gefühle. Leiden, Unsicherheit, Unvollkommenheit, Wut, Zorn, sogar das Kreuz erscheinen in seinen Kompositionen. Erfolg zu Lebzeiten hatte er wenig. Erst die Nachkommen haben in J.S.Bach den tiefsinnigen Grübler erkannt. Vor 250 Jahren ist dieser unergründliche thüringische Komponist gestorben. Er ist vergessen worden. Felix Mendelssohn Bartholdy hat ihn mit seiner Passion wiederentdeckt. Seitdem finden Menschen in Bachs Musik erneut Ruhe, Innerlichkeit und Wegweisung zu Gott.

Haben wir uns schon daran gewöhnt? Weniger Menschen sehen. Mit weniger Menschen sprechen können. Kontakte anders und weniger pflegen. Manche Dinge nicht tun müssen. So Vieles nicht tun können. Und dann zu Hause sein. Zum Glück haben wir einen Garten. Was mache ich jetzt!? Ich kann es mit Karl Valentin halten: „Heute besuche ich mich. Hoffentlich bin ich zu Hause!“

Das kirchliche Mittagsgebet, die Sext, sieht für die Fastenzeit folgendes Zitat aus dem Buch des Propheten Ezechiel als Antiphon vor: „So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, ich will, dass er umkehrt und lebt.“ (Ez 33,11)

Wie geht es nach der Corona-Krise weiter? In dieser Zeit, in der das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen ist, frage ich mich, was wohl auf die Krise folgen wird. Drehen wir dann einfach die Zeit zurück? Legen wir einen Schalter um und machen einfach weiter wie vor Corona? Ändert sich vielleicht etwas?

In der aktuellen Lage liegt wohl auch die Möglichkeit zur Veränderung. Viele Familien erleben zum Beispiel, dass sie mehr Zeit miteinander verbringen können. Unsere Gesellschaft entschleunigt sich. Einige Menschen nehmen es als Entlastung wahr, dass nicht immer alles unmittelbar zur Verfügung steht. Hier liegt für jede und jeden die Chance, den wahren Charakter der Fastenzeit für sich zu entdecken. Gott ruft uns auf, uns und unser Leben zu hinterfragen: Was belastet mich und mein Leben? Wo bin ich in Schuld verstrickt? Welche Strukturen hemmen mein Leben? Welche Veränderungen muss ich ergreifen, um wieder frei zu sein?

Für den, der umkehren und leben will, stellt weitermachen wie bisher keine Option mehr dar. Ich wünsche uns, dass wir in dieser Zeit den ein oder anderen Punkt zu unserem Besten nachhaltig verändern können. Das macht frei und ermöglicht Leben.

Hendrik Weingärtner

Heute wäre eigentlich der große Jugendgottesdienst mit unserer Kirchenband Taktgefühl und den Firmlingen unserer Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife.

Mit einigen Firmmüttern hatten wir den Gottesdienst intensiv vorbereitet mit dem Motto des Misereor-Sonntags „Gib uns Frieden“. Hier hatten wir auch syrische und libanesische Jugendliche im Blick. Hier haben wir wahrgenommen, wie in dem  ständigen Bürgerkrieg bzw. teilweise schon ein oder zwei Jahre danach, je nach Region, schon wieder das „normale“ Leben weitergeht. Dort sagen immer mehr,

Das ist Versöhnung

Heute noch miteinander reden.

Zurückgehen,

das Gespräch von neuem beginnen.

Morgen könnte einer von uns tot,

stumm,

blind,

gelähmt sein.

Heute noch zurückgehen,

noch einmal hören,

sich überwinden,

verzeihen,

das Urteil über einen Menschen aufheben.

Heute noch,

die Sonne wird über zwei Versöhnten untergehen.  (Martin Gutl)

Sr. Maria Raab

Zwischen 1703 und 1714 schreibt Bach die meisten seiner Orgelwerke, im Alter von 18 bis 29 Jahren. In dieser Zeit heiratet Bach im Jahre 1708 seine große erste Liebe, seine Cousine Maria Barbara Bach. 1720 stirbt seine Frau; ein Jahr später ehelicht er seine zweite Frau, die ihn um 10 Jahre überlebt. Bei aller Unruhe, in seinem unsteten Leben, in seinen Streitigkeiten mit der Obrigkeit, in  seiner Verzweiflung über unbegabte Schüler und scheinbar missratene Kinder, blieben ihm zwei wichtige Werte in seinem Leben: Die unerschütterliche Liebe zu seinen Frauen, die ihm wirkliche Partnerinnen waren. Dazu kam sein tiefer, gefühlvoller evangelischer Glaube.

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