PG Mainschleife
Pfarrei St. Bartholomäus Volkach – Organistin Luise Maria Laymann sagt nach 65 Jahren Ade (Bericht von Renate Reichl aus der Mainpost vom 02.01.2015)

Ein letztes Mal steigt Luise-Maria Laymann die Stufen zur Orgelempore hinauf – etwas wehmütig wohl – schließlich ist es für sie ein Abschied von einer langjährigen, liebgewonnenen Tätigkeit. Nach 65 Jahren im ehrenamtlichen Einsatz an der Orgel der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus sagt Luise-Maria Laymann „Lebe wohl“.

Noch sitzt sie am Spieltisch, um zum „Lobe Gottes und zum Heil der Menschen“ in die Tasten zu greifen. Zielsicher kramt sie in aus der Vielzahl der Orgelbücher ein bestimmtes Exemplar hervor. Es ist das Lied, das sie bei ihrem ersten Einsatz als Organistin gespielt hat und das ihr seit 65 Jahren ein treuer Begleiter war. Ein letztes Mal will sie es nun an ihrer geliebten Klais-Orgel erklingen lassen: „Gegrüßet seist du Königin.“

Der Silvester-Abschlussgottesdienst am Mittwoch bot den geeigneten Anlass für die Auszeichnung der engagierten Organistin nach sechseinhalb Jahrzehnten. Luise-Maria Laymann spielt schon seit der Jugendzeit mit großem Eifer und viel Liebe die Orgel. Herzliche Dankesworte und einen großen Blumenstrauß für seine zuverlässige Organistin hatte Dekan Johannes Hofmann parat. Er lobte noch einmal den „wertvollen Einsatz“ der Jubilarin und wünschte Gottes Segen für ihren weiteren Lebensweg.

Der jüngste Organist der Pfarrgemeinde, der 21-jährige Hendrik Weingärtner, bedankte sich mit einer eigens angefertigten „Orgelpfeife auf C“ für das Engagement Laymanns. In seiner Laudatio würdigte er den Organistendienst der zuverlässigen Kollegin und „echten Musikerin“, der es stets gelungen sei, „mit ihrem Spiel Gott zu loben und das Gemüt der Menschen zu erfreuen“. Auch sprang sie in größter personeller Notlage ein und nahm rege am Austausch des Organistentreffs im Pfarrhaus teil. Sein Vergelt's Gott sagte er im Namen aller Volkacher Organisten und der ganzen Pfarrei und wünschte weiterhin viel Freude an der Musik.

Begleitet wurde die Auszeichnung vom Beifall der Gläubigen. Am Ende bedankte sich die Jubilarin sichtlich bewegt für die große Auszeichnung, gab aber den Dank weiter an Gott und alle Helfer.

Instrument mit vielen Tücken

Gelernt hatte Laymann das Orgelspiel bei Schwester Manegundis vom Kloster der Volkacher Franziskanerinnen auf der alten Barockorgel von Johann Philipp Seuffert, einem Instrument mit vielen Tücken. Planung und Bau der neuen Orgel durch die Bonner Manufaktur Klais 1949 fielen ebenso in ihre Wirkungszeit wie die liturgischen Neuerungen durch das zweite Vatikanische Konzil. Neue Orgelbücher kamen und verschwanden wieder – Luise-Maria Laymann aber blieb.

Dass aus ihrem anfänglichen Orgelspiel eine so große Liebe würde, konnte sie damals nicht ahnen. 1995 zu ihrem 45. und 2009 zu ihrem 60. Jubiläum hatte sie bereits eine bischöfliche Urkunde erhalten. Doch ganz will Luise-Maria Laymann das Orgelspielen nicht aufgeben. In der Kirche „Mariä Schutz“ auf der Vogelsburg will sie die Sonntagsmesse weiter begleiten.

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