PG Mainschleife
Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife – Beitrag vom Pastoralen Mitarbeiter Josef Gerspitzer im Gemeindebrief für Astheim, Escherndorf und Fahr

Wasser und Boote spielen im Urlaub gerade bei sommerlichen Temperaturen eine große Rolle. Boote waren zur Zeit Jesu auch immer wichtig. Schließlich waren ja viele Jünger Fischer und verdienten mit dem Fischfang ihren Lebensunterhalt. Jesus nahm sich auch einmal eine Auszeit und fuhr mit dem Boot, begleitet von seinen Jüngern auf die andere Seite des Sees, um sich von der Menschenmenge, von den täglichen Anforderungen ein wenig zu erholen. „Ruht ein wenig aus“, sagte er zu seinen Jüngern. Für Jesus gehörte hier auch das Gebet mit dazu.

Doch schon bald machten ihn die Leute ausfindig und bereitwillig ging Jesus wieder „an seine Arbeit“. Ich weiß nicht, wie bereitwillig Sie vom Urlaub schon zurückgekommen sind oder gerade zuhause ankommen. Ich jedenfalls habe die Ferientage genossen, habe einiges für Leib und Seele tun können. Voll Dankbarkeit für das erste Jahr in St. Urban an der Mainschleife, für die freundliche Aufnahme und das selbstbewusste Einbringen Ihrer Gedanken, gehe ich wieder an meine Arbeit. Mein Boot liegt wieder am Ufer.

Jedes Jahr habe ich den festen Wunsch, etwas aus der Urlaubszeit in den Alltag zu retten, z.B. längere Spaziergänge mit meiner Frau, die Aufgaben im Haushalt zu teilen und öfter mal ein aufmerksames Ohr für meine Familie und auch für die Nachbarn und seit einem Jahr für die Menschen in Volkach und Umgebung. Auch während des Schuljahres gibt es schöne Vormittage, Nachmittage, Abende, Wochenenden etc. , die ich genießen kann in unserer schönen Natur oder bei irgendeinem Ausflug, sicher auch zuhause im Garten, auf der Terrasse oder im eigenen Wohnzimmer.

Das neue Schuljahr beginnt in den nächsten Tagen. Ich werde mit zwei Stunden in den Religionsunterricht „einsteigen“ für Schüler/innen in der Mittelschule, die in zwei Jahren zur Firmung gehen. Von Oktober 2015 bis Mai 2016 habe mit der tollen Hilfe von zahlreichen Eltern Jugendliche der 7./8. Klassen auf die Firmung vorbereitet. Unser Firmkonzept muss dringend erneuert werden. Da es nicht das Supermodell gibt, haben wir die Möglichkeit, unser Firmkonzept selbst zu „basteln“. Dazu werde ich ab Oktober einen Arbeitskreis zusammen stellen mit Eltern, die schon mal dabei waren und vor allem Eltern, deren Kinder jetzt in der 6./7. Klasse sind. Auch Pfarrgemeinderäte und andere interessierte Gemeindeglieder sind willkommen. Sie kennen die Bedürfnisse Ihrer Kinder am besten und wissen auch am besten, welche Vorbereitungsformen bei der sonstigen umfangreichen Anforderung der Jugendlichen hilfreich sind. Zu diesem Arbeitskreis konnte ich auch Klaus Becker, seit langen Jahren Referent für Gemeindekatechese im Seelsorgereferat der Diözese Würzburg, gewinnen. Er wird unseren Arbeitskreis zumindest teilweise begleiten. Wer jetzt schon weiß, dass sie oder er Lust hätte zur Firmvorbereitung, kann sich ja bei mir melden.

Kinder und Jugend sind uns als Kirche sehr wichtig. Immer wieder erfahre ich das in unseren Gremien. Die Bedingungen sind teilweise sehr schwer geworden. Es ist eben eine neue Zeit, neue Herausforderungen. Da hilft es nicht, vergangenen Zeiten nachzutrauern. Unsere Kinder und Jugendlichen haben es verdient, heute in ihrer Situation ernst genommen und ggf. abgeholt zu werden. Die Senioren vermissen immer wieder die früheren Zeiten. Ja, da konnten Sie noch aktiver mit anpacken, springen und singen. Bei aller nachlassender Kraft: Das Singen bleibt Ihnen und in den Gottesdiensten höre ich immer wieder, wie Sie mit dem Lob Gottes im Gesang und Gebet Freude und Hoffnung für alle Gläubigen verbreiten. Machen Sie weiter, unsere Gemeinden zu bereichern, mit ihrem Gesang, ihrem Gebet, mit ihrer Erfahrung, mit ihrer Lebensfreude, auch wenn es gesundheitlich öfter mal nicht mehr so gut geht. Ich höre Ihnen gerne zu, Ihre spannenden Geschichten aus früherer Zeit ebenso Ihre Lebensgeschichte voll von vielen positiven und negativen Erfahrungen, immer in Sorge um die Familie.

Wir haben in St. Urban noch viele Menschen, die sich in vielerlei Diensten und Verantwortungen einbringen. Das begeistert mich immer wieder. Angesichts der Diskussionen um die Zukunft unserer Kirche in der Diözese Würzburg (Pastoral 2030) gibt es noch viele Fragen und Unsicherheiten, vielleicht auch die einen oder anderen Ängste vor einer Großpfarrei, wie auch immer diese aussehen mag. Bei all diesen Diskussionen möchte ich Sie ermutigen, alle Register zu ziehen und jeweils in Ihrer Gemeinde und damit auch in der Pfarreiengemeinschaft St. Urban noch enger zusammen zu stehen und alles zu tun, um unseren christlichen Glauben zu stärken, einzeln und in der Gemeinschaft. Wenn wir noch mehr aus diesem Glauben leben können, kann uns keine noch so schwierige Gemeindestruktur aus der Bahn werfen. Wir werden immer unsere christliche Gemeinschaft lebendig erhalten.

Zur Unterstützung dieses Glaubensprozesses möchte ich auf Anregung eines Gemeindemitgliedes im Herbst den Glaubensgesprächskreis meines Vorgängers Josef Pohli wieder aufleben lassen. Im Oktober soll es ein erstes Treffen der Interessenten/innen geben. Da können wir gemeinsam besprechen, wo wir betroffen sind, wo wir Hilfe suchen, wo wir vielleicht anderen Hilfe geben können.

Ich freue mich jedenfalls auf mein zweites Jahr in St. Urban an der Mainschleife.

Ihr pastoraler Mitarbeiter
Josef Gerspitzer

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