PG Mainschleife
Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife – Eine Pfarreiengemeinschaft ... sechs Dörferund ein Pfarrer ... das könnten die Katholiken als Chance begreifen - Geistliches Wort von Pfarrer Hofmann aus dem Volkacher Adventspfarrbrief.

Seit geraumer Zeit gibt es Zahlen für die Zukunft der katholischen Gemeinden im Bistum Würzburg. In wenigen Jahren wird es 60 Priester geben, wo es noch in vielen Pfarreien heute einen Pfarrer gibt. Wie gehen die Katholiken damit um?

Viele Christen in unseren Gemeinden erleben diese Wendung als Schock. Jetzt gibt es für sechs Dörfer wirklich nur noch einen Pfarrer. Ein Stückchen Selbstverständnis und Selbstverständlichkeit gehen dabei verloren. Wenigstens gibt es da noch zwei Ruhestandspriester, die viele Aufgaben dankenswerterweise übernehmen.

Dazu kommt: Ich will diesen Verlust nicht wahrhaben. Noch gibt es ja drei Priester für die sechs Dörfer. In Obervolkach gibt es Père Gaston und in Nordheim/Sommerach P. Philippus, in Gaibach den pensionierten Theologieprofessor Schulz.

Da gibt es doch die Chance zu verhandeln. Kann es nicht für dabei bleiben - mit den Ru-hestandspfarrern, dem Pater aus Münsterschwarzach und dem Priester aus dem Kamerun und dem pensionierten Professor Schulz in Gaibach? Vielleicht kann uns der Personalreferent der Diözese, Domkapitular Monsignore Dietrich Seidel dabei helfen. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass es noch für kurze Zeit in unserer Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife mit dem Personal so bleibt. Schließlich gibt es ja auch den pastoralen Mitarbeiter, Josef Gerspitzer und den Theologiestudenten Hendrik Weingärtner. Was geschieht in wenigen Jahren? Geben wir mit den einzelnen Pfarreien unseren christlichen Glauben auf?

Gesund wäre es, wenn sich die Katholiken in den einzelnen Dörfern mit dem Gedanken und der Tatsache versöhnen, dass es für elf Dörfer einen Pfarrer in Zukunft geben wird. Deshalb wird nicht zwangsläufig die Christlichkeit in den Dörfern aufhören. In allen christlichen Gemeinden gibt es gute, tatkräftige Pfarrgemeinderäte und Kirchenräte. Es gibt viel ehrenamtliche Beteiligung am kirchlichen Leben. Die Ökumene gehört in allen Dörfern zum selbstverständlich gelebten Christentum. Es gibt in den Pfarreien zur Unterstützung des Pfarrers pastorale Mitarbeiter.

Freilich gilt es von alten Gewohnheiten Abschied zu nehmen. Die Frage der sonntäglichen Eucharistiefeier an jedem Ort muss zunächst offen bleiben. Hier werden über kurz oder lang weniger Eucharistiefeiern am Sonntag vor Ort zelebriert werden können. Krankenkommunion und Besuche werden von ehrenamtlichen Frauen und Männern mitgetragen. Elternabende werden in guter Absprache zwischen den Priestern und den hauptamtlichen Laien übernommen werden.

Nach einiger Zeit, so hoffe ich, werden die Christen der beiden Pfarreien die neue Situation annehmen und als neue Chance begreifen. Schon heute sind viele Männer und Frauen bereit einen großen Teil ihrer Freizeit für die Kirche, die Liturgie, die Verkündigung und die Nächstenliebe herzugeben. Dafür bin ich dankbar. Für mich ist das bestehende Engagement so vieler Männer und Frauen in allen Dörfern die beste Grundlage, um geduldig, tolerant und voller Vertrauen den alten Glauben neu zu leben.

Johannes Hofmann, Pfarrer

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