PG Mainschleife
Pfarreiengemeinschaft St. Urban an der Mainschleife – Worte zum Osterfest von Josef Gerspitzer

Liebe Mitchristen,
wenn Sie nach Korfu kommen, sehen Sie von der Fähre aus schon von Weitem hoch über der Küste in großen Lettern geschrieben „Christos anesti - Alithos anesti / Christus ist auferstanden - er ist wahrhaft auferstanden". Das ist der Ostergruß in den Kirchen nach byzanthinischem Ritus. Bei uns sagt man „Frohe Ostern". Es meint eigentlich das Gleiche, auch wenn es oft nur „Frohe Feiertage" meint. Was wäre, wenn wir vor unserer Kirche ein großes Banner aufhängen mit der Aufschrift „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden"?

Wir haben schon viele Osterfeste erlebt, mitreißende Predigten gehört und die fröhlichen Osterlieder voller Inbrunst gesungen, auf der Straße noch nachgesungen oder gesummt. In unserem Leben hat sich wenig geändert. Unsere Glaubensgemeinschaft kommt immer mehr in die Krise. Dafür gibt es viele Gründe. Wir werden auch Ostern 2017 die Säkularisierung unserer Gesellschaft nicht zurück drehen. Wir werden bestimmte Schwierigkeiten mit offiziellen Kirchenvertretern mit Ostern nicht einfach ausräumen, negative Erfahrungen nicht löschen.

Aber Jesus ist nicht nur für die offiziellen Kirchenvertreter auferstanden, sondern für uns alle. Er erschien den zweifelnden Frauen, den verängstigten Jüngern, dem ungläubigen Thomas, den erfolglosen Fischern. Er erscheint auch heute noch Frauen und Männern, die sich in auswegloser Situation glauben, im Angesicht des Todes oder mitten im alltäglichen Leben. Hat das nur zwei schöne Feiertage und hoffentlich erholsame Osterferien zur Folge?

Die Auferstehung Jesu ist das ganz Besondere im Christentum. Vielen von uns fehlt es an Mut, in unserer säkularen Gesellschaft zu diesem österlichen Glauben zu stehen. Ich hätte da eine Idee: Sie gehen an Ostern durch die Ortschaften und grüßen wie in Korfu mit dem Satz „Christus ist auferstanden - Frohe Ostern". Sie bekommen ein Kopfschütteln und bisweilen ein mitleidvolles Lächeln. Aber es tut nicht weh und es besteht tatsächlich keine Gefahr für Leib und Leben. Eine andere mögliche Antwort ist „Ja, auch Frohe Ostern und Danke". So kann ein Anfang für eine Erneuerung unserer Glaubensgemeinschaft mitten in unseren Orten sein. Wenn Sie in Ihrem Alltag dann noch ein klein wenig Interesse an dem einen oder anderen Gottesdienstbesuch finden und/oder bei der einen oder anderen Aktion in unserer Gemeinde mit dabei sein möchten, dann ist Ostern auch bei uns angekommen.

In diesem Sinn Frohe Ostern oder besser "Christos anesti"
Ihr Josef Gerspitzer, Pastoraler Mitarbeiter

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