PG Mainschleife

Die Begeisterung steht ihnen buchstäblich in das Gesicht geschrieben, dabei tut sich vor den Augen von Pfarrer Johannes Hofmann und Kirchenpfleger Karl-Peter Kohlhaupt ein großes Loch auf. Es ist der geöffnete Boden der Orgelempore und die nun freiliegenden Jahrhunderte alte Stützbalken, welche die Vorfreude der beiden auf die neue Orgel nur noch steigern. „Wir sind voll im Zeitplan“, ist sich Kohlhaupt sicher, „von den Einschränkungen der Corona-Pandemie ist unser Orgelprojekt nicht betroffen“. Gerade wirddas Niveau der Empore abgesenkt, sodass die 1.160 Pfeifen mitsamt der Mechanik auch in der Pfarrkirche St. Bartholomäus untergebracht werden können. Die beengten Platzverhältnisse hatten schon beim Bau der alten Orgel durch die Firma Klais aus Bonn 1948 dem Orgelbauer kreative Lösungen abverlangt. Teile der tiefen Basspfeifen aus dem Pedal wurden rechts und links an der Westwand des Langhauses angeordnet. Jetzt greifen die Verantwortlichen in Volkach zu größeren Baumaßnahmen auf der Empore. Trotzdem wird die Pfarrei am Weihetermin der neuen Orgel Ende Dezember festhalten können, „wenngleich es uns auch ein wenig traurig macht, dass wir aufgrund der Abstands-und Hygieneregeln und des sich verschärfenden Infektionsgeschehens voraussichtlich nur wenige Gläubige zu den Feierlichkeiten begrüßen können“, gibt Pfarrer Hofmann zu bedenken. Aber bei einem großes Danksagungsfest am Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, soll das nachgeholt werden.

Dabei ist die Orgelweihe, die Würzburgs Weihbischof Ulrich Boom vornehmen wird,erst der Anfang. Ab dann soll die Orgel, die in der Werkstatt der Firma Vleugels aus Hardheim gebaut wird, wieder in Gottesdiensten und Konzerten erklingen. Der Neubau der Orgel dient in erster Linie der Begleitung des Gemeindegesangs während der Eucharistiefeiern und der anderen Gottesdienste. Außerdem sollen zukünftig auch wieder junge Musiker*innen auf dem Instrument ausgebildet werden. „Die Ausbildung von Nachwuchsorganist*innen und die Durchführung von Konzerten mussten wir bereits zum Beginn des neuen Jahrtausends aufgrund des desolaten Zustands des alten Instrumentes unterbrechen. Dieser unglückliche Zustand kann nun endlich behoben werden“, ist sich Pfarrer Hofmann sicher. „Damit wollen wir die Orgel auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.“ Für das Erste wurde eine Konzertreihe mit der neuen Orgel für die Jahre 2021 und 2022 geplant, in deren Rahmen acht bekannte Organist*innen aus der Region die neue Orgel präsentieren werden. Darüber hinaus will sich die Pfarrei auch für die Musik in Volkach engagieren, indem unterschiedliche Akteure (Instrumentalist*innen, Sänger*innen und Chöre) der Umgebung zu Kooperationen eingeladen werden.

Hendrik Weingärtner

­